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Ein Leuchtturmprojekt für die Metropolregion Oberrhein ?

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30.05.2011 – Kommentar von Winfried Gass - Mit der Einrichtung von bi-nationalen dualen Studiengängen zwischen Frankreich und Deutschland wird im Oberrheingebiet eine Entwicklung eingeleitet, die in mehrfacher Hinsicht erfreulich ist und breitere Aufmerksamkeit verdient.


Ein Kommentar von Winfried Gass
Herausgeber des KMU europaForum


Am 16.05.2011 wurde in Straßburg eine neue "Bi-nationale Duale Ausbildung" im Oberrheingebiet ins Leben gerufen. Die bi-nationalen dualen Studiengänge im Hochschulbereich sind das Pendant zur „Euregio-Zertifikats-Ausbildung“  in der beruflichen Ausbildung. Dort haben Auszubildende - in Frankreich sehr oft auch Berufsfachschüler - schon seit vielen Jahren die Möglichkeit zu einem betrieblichen Praktikum auf der jeweils anderen Seite des Rheins.

 Die Einrichtung der grenzüberschreitenden dualen Studiengänge bietet Studierenden eine an Praxiserfordernissen orientierte theoretische Ausbildung auf Hochschulniveau bei gleichzeitiger Möglichkeit, die Kenntnisse und Fertigkeiten des praktischen Dualteils der Ausbildung im Nachbarland zu erwerben. Sie verbringen im Rahmen ihres Studiums mit eineinhalb Jahren nunmehr die Hälfte ihrer Studienzeit in einem Betrieb auf der anderen Rheinseite.

Die mit der täglichen Arbeit in diesem Ausbildungsbetrieb einhergehende Sozialisierung und das Erleben einer andersartigen Arbeits- und Vorgehensweise vermittelt eine interkulturelle Qualifikation, die letztlich den Menschen hervorbringt, wie er im zusammenwachsenden Europa gebraucht wird und der seine beruflichen Chancen in Frankreich und Deutschland gleichermaßen wahrnehmen kann.

Für die Lehrenden in den dualen Hochschulen ist die bi-nationale Vorgehensweise Herausforderung und Bereicherung zugleich.

In der dualen Hochschulbildung werden Studien- und Abschlussarbeiten sehr oft anhand praktischer Problemfälle in den Ausbildungsbetrieben gefertigt. Über die Betreuung der Studierenden und deren erforderliche Beratung gewinnt das Hochschulpersonal wertvolle Kontakte auf der anderen Seite des Rheins, sowohl zur akademischen Welt als auch in die Welt der Arbeit.

Erfreulich ist das Interesse, das seitens der Wirtschaft der neuen, grenzüberschreitenden Studienmöglichkeit entgegen gebracht wird. Mehrere Betriebe haben sich spontan bereit erklärt, Ausbildungsplätze anzubieten. Einige Verträge seien bereits abgeschlossen.

Damit wird die bi-nationale duale Ausbildung ein weiterer Baustein in den Bemühungen werden, die Grenzregion am Oberrhein zu einer modernen europäischen Wirtschaftsregion zu entwickeln. Den Verantwortlichen für den Aufbau der Metropolregion am Oberrhein ist die Bi-nationale Duale Ausbildung ganz besonders ans Herz zu legen.

Immer wieder wird danach gefragt, welchen praktischen Sinn und Zweck die Metropolregion hat und was sie den Bürgern am Oberrhein bringt. Die Bi-nationale Duale Ausbildung kann, wenn sie entsprechend gefördert, propagiert und geeignet unterstützt wird, zu einem „Leuchtturmprojekt“ für die Metropolregion am Oberrhein werden, das beispielhaft für die großen Chancen der jungen Generation in dieser Grenzregion steht.

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