System der Europäischen Schulen
21.11.2011 - Das EU-Parlament bedauert, dass die Europäischen Schulen häufig zu Unrecht für Eliteschulen – also Luxus statt Notwendigkeit – gehalten werden, obwohl sie den Auftrag haben, Schülern, deren Eltern ihren Dienstort wechseln, Unterricht in ihrer Muttersprache anzubieten und die europäische Dimension im Bildungswesen auszubauen.
Quelle: EVP-Fraktion
Die Europäischen Schulen sind nach
Auffassung des EU-Parlaments ein Modell für das Schulwesen. Sie stellen
ein hervorragendes Vorzeigeprojekt dar, dessen pädagogische Grundlage
sich bewährt hat und die zum Vorbild für eine optimale Art der
Schulausbildung in Europa werden sollten. Das betont das Parlament in
einer Entschließung vom 27.09.2011.
Dieses Schulsystem werde von der Möglichkeit geprägt, sämtliche Fächer
in einer multikultu-rellen und mehrsprachigen Umgebung mit
qualifizierten Lehrern zu lernen und gleichzeitig die eigene
Muttersprache zu pflegen. Das Parlament schlägt u.a. vor, diese Schulen
unter der Aufsicht der EU zu stellen, mit nationalen Schulsystemen
enger zu verknüpfen, bei der Zulassung zum Studium das Europäische
Abitur mit dem jeweiligen nationalen Abitur gleich zu setzen und neben
dem Abitur einen Schulabschluss für Schüler vorzusehen, die eine
berufsbezogene Ausbildung anstreben.
In der
Entschließung vom 27. September 2011 werden die Erwägungen und
Überlegungen detailliert erläutert. Sie befassen sich u.a.
- mit der Organisation und Verbreitung des Europäischen Abiturs,
- mit
Haushaltsaspekten und Finanzmitteln, und
- mit pädagogischen Aspekten.
Europäische Schulen
Der Vizepräsident der Kommission, Maros Sefcovic (Internationale
Beziehungen und Verwaltung),
schrieb dazu am 12.10.2011:
"Das System der Europäischen Schulen wurde 1953 eingerichtet, um vor
allem Kindern des Personals der EU-Institutionen Erziehung von hoher
Qualität zu bieten. Vorrangiges Ziel der Europäischen Schulen ist es,
den Schülern durchgehend vom Kindergarten bis zur Hochschulreife eine
Schulbildung zu vermitteln.
Die Situation hat sich jedoch seit 1953 wesentlich geändert – das Wachstum der Institutionen und die verschiedenen Erweiterungsrunden der Union haben zu einer erheblichen Expansion der Europäischen Schulen geführt. Derzeit besuchen insgesamt rund 21 000 Schüler die Europäischen Schulen.
Zusammen mit dem Europäischen Parlament hat die Kommission im Jahr 2004 die Initiative ergriffen und begonnen, darüber nachzudenken, wie das System der Europäischen Schulen am besten zu reformieren ist, damit es den neuen Herausforderungen in einer erweiterten EU, aber auch den Ansprüchen der Agenturen und ähnlicher Einrichtungen in den Mitgliedstaaten gerecht wird. Diese Reform bietet die einzigartige Möglichkeit, den Europäischen Lehrplan auch anderen Kreisen zugänglich zu machen."
Sefcovic führte dort weiter aus, was mit dieser Reform des Sytems der Europäischen Schulen erreicht werden soll und wie diese Schulen verwaltet werden sollen.




