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Prof. Crutzen über den Klimawandel

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07.01.2011 - Der Chemiker und Nobelpreisträger Prof. Paul Crutzen ist Experte auf dem Gebiet des Ozonlochs und des Klimawandels. Er machte im Jahre 2006 Schlagzeilen, als er unter dem Schlagwort "Geo-Engineering" einen alternativen Weg aus der Klimakrise vorschlug.

Quelle: EU-Pressemeldung über ein Interview

 

Welches ist das Prinzip des Geo-Engineering ?

Die Idee sei sehr einfach, erklärte Prof. Crutzen. Wenn man Partikel in die Atmosphäre aussetzt, dann reflektieren sie Strahlung zurück ins All. Diese Partikel können durch Oxydation von Schwefeldioxid gewonnen werden oder in niedrigeren Schichten der Atmosphäre auch durch Verdampfen von Meeressalz.

Es werden im Moment mehrere Projekte getestet. Es handele sich um kein Geheimnis. Man kannte diese Prinzipien bereits vor dreißig Jahren, als ein russischer Wissenschaftler sie erforschte. Crutzen habe die Idee nur aufgegriffen und sie wissenschaftlich etwas stärker untermauert. 

Sind damit Risiken verbunden ?

Es sei keine ideale Lösung. Die ideale Lösung wäre sicherzustellen, den CO2-Ausstoss zu verringern. Allerdings werde über dieses Argument seit vielen, vielen Jahren diskutiert und er sehe kaum Fortschritt. Deshalb sollten wir uns darauf konzentrieren, den kühlenden Effekt dieser Partikel zu verstärken.

Im Moment konzentrieren wir uns vor allem auf theoretische Modelle des Klimawandels und besehen uns auch die Nebenwirkungen von Ozon. Beispielsweise könnten mehr Partikel in der Atmosphäre auch mehr Ozon vernichten und das wollen wir natürlich nicht. Wenn wir das CO2 nicht unter Kontrolle bringen, werden wir wohl eine großes Kühlungsvorhaben in Angriff nehmen müssen, aber das brauche Zeit und er sehe etwas in dieser Größenordnung in den nächsten zehn Jahre nicht kommen.

Können die Bestrebungen der UNO zur Kontrolle der CO2 Emissionen nicht fruchten?

Crutzen meinte, sie würden nicht funktionieren. Er habe seinen Artikel über die Kühlung der Atmosphäre durch ausgesetzte Partikel im Jahr 2006 aus schierer Verzweiflung geschrieben und nicht mit so vielen Reaktionen gerechnet.

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Daten zu Prof. Crutzen:

  • Geboren 1933 in Amsterdam

  • Beginnt seine Laufbahn 1954 im Amt für Brückenbau der Stadtverwaltung von Amsterdam

  • Sattelt um auf eine akademische Karriere am Meteorologischen Institut in Stockholm

  • In den 1960ger Jahren beginnt er mit der Ozonforschung in der Erdatmosphäre

  • Erhält 1995 den Nobelpreis in Chemie für die Erforschung des Ozonlochs

  • Stellt 2006 eine Alternative Lösung zum Klimawandel vor: Kühlung der Erdatmosphäre durch Aussetzung von Schwefelpartikeln

 

 

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